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Rhein-Sieg aktuell

Jahresbericht: Gesundheitsamt will psychiatrische Versorgung verbessern

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen und deren Unterstützung verbessern – das ist das Ziel des Gemeindepsychiatrischen Verbundes (GPV) im Rhein-Sieg-Kreis. Der GPV konnte in diesem Jahr unter Koordination des Kreisgesundheitsamtes neu aufgestellt werden. Der Verbund soll die psychiatrische Versorgungsstruktur im Kreis verbessern.

Im Gemeindepsychiatrischen Verbund sind sozial-psychiatrische Versorgungseinrichtungen, wie beispielsweise Kliniken, Sozialpsychiatrische Zentren, niedergelassene Psychiater, Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe oder auch Einrichtungen des betreuten Wohnens, vernetzt. Die psychiatrischen Versorgungsstrukturen sollen so qualitativ und wirtschaftlich verbessert werden.

Durch die Stärkung der Zusammenarbeit sollen Doppelstrukturen vermieden und spezielle Dienste gemeinsam genutzt werden. Auch das Entlassmanagement aus den Kliniken in eine ambulante Behandlung soll beispielsweise auf diesem Weg weiter verbessert werden.

In diesem Jahr konnten zwei Arbeitsgruppen zu den Themen Sucht beziehungsweise Kinder/Jugend und Transition initiiert werden. Bei der Transition liegt das Augenmerk auf dem Übergang der Versorgung der unter 18-Jährigen zur Erwachsenenpsychiatrie.  

Das bereits bestehende Demenznetzwerk Bonn/Rhein-Sieg wurde ebenfalls in den Gemeindepsychiatrischen Verbund integriert. Es deckt den Gerontopsychiatriebereich ab. Er beschäftigt sich mit den psychischen Störungen und Erkrankungen im höheren Lebensalter.

Ein wichtiger Part des Verbundes sind vor allem kreisweite Einzelfallkonferenzen für Menschen mit komplexen Hilfebedarfen. Sie beschäftigen sich mit Betroffenen, die einen vielfältigen Hilfebedarf haben und auf deren Bedürfnisse das Versorgungssystem bislang nicht ausreichend individuell eingehen kann.

Weitere interessierte Einrichtungen können dem Gemeindepsychiatrischen Verbund beitreten. Sie können sich an das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises wenden: gesundheitsfoerderungrhein-sieg-kreisde.

Gefördert wird der Verbund vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW. Für jede interessierte Kommune wurden Fördergelder bereitgestellt, was die Wichtigkeit dieses Themas für die Landesregierung aufzeigt.

Bereits im Jahr 2017 wurde ein regionales Psychiatrienetzwerk im Rhein-Sieg-Kreis gegründet: damals die Regionalen Planungskonferenzen Psychiatrie. Durch die Pandemie in eine Zwangspause versetzt, konnten diese durch die Landesfördermittel in 2022 als GPV neu gestartet werden.

21.12.2023/426

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